Als Burgunder wird eine Volksgruppe aus Skandinavien bezeichnet, die im Mittelalter durch Europa zog.

Geschichte

200 vor Christus zogen einige Stämme aus Skandinavien südlich zum Gebiet östlich der Oder. Andere Sagen, dass sie von den dänischen Inseln Bornholm kommen (daher könnte sich auch der Name ableiten).

Als sie vom Siedlungsgebiet an der Oder weiterzogen, teilte sich ein Teil der Stämme ab und zog zum russischen Teil des schwarzen Meeres.

Der größere Teil wanderte aber durch Europa (200-400 n. Chr.), und kam dabei immer wieder mit den Alemannen (deren Gebiet sie durchquerten) in Konflikt.

Sie mussten deswegen weiterziehen, weil einerseits die Rohstoffe an einem Gebiet immer nur begrenzt sind, andererseits (das war der Hauptgrund) weil die Hunnen nach Europa eingewandert sind, und sich so viele Landesgrenzen verschoben.

370 n. Chr. planten die Römer mit den Burgunden einen Feldzug gegen die Alemannen. Dieser scheiterte aber, da die Römer den Burgunden nicht mehr trauten (sie hatten behauptet von den Römern abzustammen, sie kamen aber aus Skandinavien).

Im selben Jahr schafften die kriegerischen Burgunden es aber doch noch die Alemannen aus dem Gebiet zwischen Taunus und Neckar zu verdrängen.

Im Jahre 406 mussten sie dann den Rhein überqueren, weil in ihrem Gebiet immer mehr Druck von außen herrschte (einige vermuten, dass die Hunnen in ihr Land einfielen, andere sagen, dass es intern Bürgerkriege gab).

Sie betraten damit Römisches Gebiet, auch wenn dies nicht mehr bewacht war. Kurz zuvor hatten sich die Römischen Truppen zurückziehen müssen, weil sie sonst quasi von allen Völkern überrannt geworden wären. Sie hatten für das Gebiet aber einen  Vertrag mit Rom geschlossen und galten offiziell als Förderaten des Römischen Reiches.

Daher konnten sie 413 n. Chr. ein Reich am Rhein gründen. In Worms saß der König, und die ersten Goldvorkommen wurden aus dem Rhein gewonnen. Zu dieser Zeit spielt auch die Nibelungensage, in der die Burgunden die Hauptrolle spielen.

512px-Karte_Koenigreich_Burgund_DE Die Burgunder (Geschichte & Kultur der Volksgruppe)

437 n. Chr. ließen die Römer durch die Hunnen das Gebiet vollständig zerstören.

Die Überlebenden gründeten dann 443 n. Chr. ein weiteres Reich, genannt Burgund. Es lag an dem Fluss Rhone, in Lyon saß der König (heutiges Frankreich).

534 n. Chr. übernahmen dann aber die Franken das Gebiet und gliederten die Burgunden in ihr Reich ein. Aber bis heute wird dieses Gebiet Burgund genannt.

Kultur der Burgunder

Die Burgunden (so werden sie auch genannt) zählen zu den (Ost-) Germanischen Stämmen. Daher war auch ihre Kunst und Kultur Germanisch. Aber im laufe ihrer Wanderungen vermischte sich dies mit den anderen Kulturen der Völker, bei denen sie „vorbeikamen“.

Die Burgunden an sich hatten eine ausgebildete Ritterkultur, sie galten als sehr kampfeswütig und brutal.

Erst glaubten sie wie alle Germanen an verschiedene Götter. Erst 506 n. Chr. legte dann aber der König Sigismund den Glauben ab und wurde römisch-katholisch.

Auch die Burgunden waren Schriftlos, also hatten keine einheitliche Schrift und schrieben ihre Geschichte nicht selber auf (daher ist auch so wenig genaues überliefert). Die Geschichte des Volksstammes wurde nur über Lieder weitergegeben. Nur durch die Klöster konnten einzelne Schriften überliefert werden.

Burgundischer Königshof

Über den Königshof ist auch wenig überliefert. Man weiß nur, dass er als sehr prachtvoll galt und auch die Musik sowie die Kapelle sehr geschätz wurden.

Im Königshof war das Zentrum der Macht über das Reich, auch die Ritterkämpfe wurden dort abgehalten.

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