Aufgabenstellung

Nadja, eine Aktivistin aus einem Gemeinschaftsgarten in Buenos Aires sagt: „Unser Garten ist ein Weg, um für eine gerechtere Gesellschaft zu kämpfen. Aber nicht nur der Garten an sich, sondern die Organisation, die es mit sich bringt und wie wir ihn organisieren.“ Wie meint sie das? Erläutern Sie.

Lösung

Die Organisationen von Gemeinschaftsgärten sind nicht auf Profit ausgelegt, sondern verfolgen idealistische Ziele der Gemeinschaft, aus der etwas Fruchtbares und Kreatives entsteht. Es wird gemeinsam an einem Projekt gearbeitet. Gemeinschaftsgärten sind auch Orte der Integration und Teilhabe in der geteilt wird. Es wird gemeinschaftlich organisiert.
Die Kooperationsfähigkeit der Menschen wird gestärkt. Da es keine Rollenzuschreibung gibt, kann über die Geschlechtergrenzen hinweg gemeinsam gearbeitet werden2.
Das Großstadt-Gärtnern sorgt gewissermaßen für eine „Stadt der Commonisten“ (Baier,Müller, Werner 2013 von Seite 43 aus Praxis Geographie) indem es den Blick für eine „Open-Source-Stadt“ öffnet.
Open-Source steht für ein öffentlich zugängliches Projekt, das nicht nur für alle offensteht, sondern auch von allen mitgestaltet werden kann.
Der eigene Anbau von Nahrung sorgt zudem für eine größere Wertschätzung, da man am die Erfahrung sammelt, wie viel Aufwand im Gärtnern steckt. Dadurch kann auch das Konsumverhalten beeinflusst werden. Durch einen Nachhaltigeren Konsum, kann auch eine gerechtere Gesellschaft entstehen.
Es gibt nicht nur das „do it yourself“ sondern auch das „do it together“, was eine neue Form des Wirtschaftens, Zusammenlebens und Engagements bedeutet1.
Oft ist die städtische Landwirtschaft eine informelle Subsistenzpraxis und gerade in Buenos Aires im informellen Sektor2. Bei urbanen Gärten gibt es das Interesse an der Verbesserung der Lebenssituationen marginalisierter Bevölkerungsgruppen. Es findet eine Armutsbekämpfung durch die Produktion von Nahrungsmitteln statt, welche eine finanzielle Entlastung darstellen.
Auch wenn es zurzeit noch kleinere urban Gardening Projekte in Großstädten sind, so tragen sie doch zu einem sozialeren und gerechteren Miteinander bei.

Quellen

1 https://www.ioew.de/news/article/do-it-yourself-do-it-together-konsumgemeinschaften-bericht-zu-nachhaltigem-konsum-durch-soziale-innovationen-erschienen/
2 http://www.schnappfisch.de/misc/download/vdhaide_urbanegaerten_hi.pdf

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