Aufgabenstellung

Eine Vielzahl von Begriffen charakterisiert die unterschiedlichen Formen der urbanen Landwirtschaft: Bringen Sie Ordnung in dieses Chaos, indem Sie die Begrifflichkeiten erläutern und diese – sofern möglich – voneinander abgrenzen (M2).

Lösung

Skyfarming

Skyfarming bezeichnet den vertikalen Nahrungsmittelanbau an Hochhauswänden in der Stadt. Die Bepflanzung beruht auf einer durchdachten Nährstoffversorgung. Im Gegensatz zu vertikal Gardening soll Reis statt Gemüse angebaut werden, da es einen großen Teil des Kalorienbedarfs deckt und somit als stärkeliefernde Pflanze ein Grundnahrungsmittel darstellt. Das Wasser für den Reisanbau soll im Gebäude verbleiben, mit Ausnahme, das im Korn gespeicherte Wasser, was durch die Ernte den Kreislauf verlässt. Angepflanzt wird ohne Erde. Die Pflanzen stecken in einer Stabilen Membran/Trägerfolie, beidem die Wurzen von mit den Nährstoffen versorgt werden.

Guerilla Gardening

Guerilla Gardening oder auch Urbanes Gärtnern genannt war anfangs als heimliche Aussaat von Pflanzen ein Mittel für politischen Protest und zivilen Ungehorsam. Es ist eine städtische Bewegung mit dem Ziel die Stadt zu begrünen. Auf Verkehrsinseln, Grünstreifen oder Brachflächen werden sogenannte Samenbomben geworfen. Diese bestehen aus einer Mischung von Ton, Erde, Dünger und Samen. Jedoch ist diese Art der Begrünung oft nicht legal, da die Flächen der Stadt oder Privatleuten gehören und die ungefragte Begrünung somit eine Sachbeschädigung darstellt.

Gemeinschaftsgärten

Ein Gemeinschaftsgarten ist ein Stück Land, welches von einer Gruppe Menschen gemeinsam bewirtschaftet wird. Die Grundstücke befinden sich meist in der Stadt und sind oft öffentlich zugänglich. Es gibt viele unterschiedliche Arten des Grundstückes (privat, öffentlich oder besetztes Grundstück) und der Intension (z.B. interkulturelles Gärtnern), als auch bei der Zusammenstellung der Gemeinschaftsgärtner (politische Gruppen, Schulen, Kirchen, Nachbarn, Freunde, Guerilla-Gärtner). Entstanden sind sie durch ein wachsendes Bedürfnis von Städtern ihre Lebensmittel wieder selbst herzustellen, sowie aus dem Wunsch heraus, dies in einem gemeinsamen Austausch mit Pflege des Gemeinschaftslebens zu tun.

Kinderbauernhöfe

Bei Kinderbauernhöfen helfen Kinder bei der Versorgung und Pflege von Tieren. Die Höfe befinden sich meist in Städten. Das Konzept ist in den 90er Jahren entstanden und beruht auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Kinder physisch und mental gefördert werden im Umgang mit Tieren.

Subsistenz

Das Wort Subsistenz bezeichnet das Bestehen durch sich selbst und die materielle Lebensgrundlage. Eine Subsistenzstrategie ist eine Strategie des Lebenserhalts und beinhaltet die Nahrung, wie auch Kleidung, Behausung und den sozialen Aspekt (Fürsorge, Geselligkeit). Die Subsistenzwirtschaft dient vorrangig der Selbstversorgung und Deckung des Eigenbedarfs. Es stellt eine Art Überbegriff für das Gärtnern mit Ziel der Lebensmittelproduktion und Selbsternährung dar.

Window-Gardening

Der Nahrungsanbau in Innenräumen nennt sich Window-Gardening. Besonders in der Stadt erfreut sich diese Art des Pflanzens immer größerer Beliebtheit. Kräuter und Gemüse werden unabhängig von der Jahreszeit am Fenster angepflanzt. Dafür wird das natürliche Licht genutzt und auch bei dieser Art der Anpflanzung kann ein Wasser-Nährstoffsystem genutzt werden. Oft werden die Pflanzen vertikal angepflanzt, deshalb sind die Begriffe Window-Gardening und vertical Gardening miteinander in Verbindung.

Gartenstadt

Das Gartenstadt-Modell wurde im Jahr 1898 von dem Briten Ebenezer Howard im Zuge der Industrialisierung erfunden. Das Konzept der Gartenstadt beinhaltet Wohnstädte, welche ringförmig um die Kernstadt angeordnet sind und durch breite Agrargürtel voneinander getrennt sind. Die Städte sind alle mit der Kernstadt als auch untereinander (ringförmig) mit Verkehrsmitteln vernetzt. Die rasante Urbanisierung sollte somit geordnet werden.

Die einzelnen Funktionen der Stadt sollten ebenfalls durch Grünstreifen getrennt werden und in der Mitte sollte sich ein gartenähnlicher, zentraler Platz befinden um den die Gebäude angeordnet werden.

Heute weckt der Begriff Gartenstadt zum Teil falsche Assoziationen, da er umgangssprachlich für besonders begrünte Städte verwendet wird.

Nachbarschaftsgärten

Nachbarschaftsgärten werden ohne besonderen Themenbezug, abgesehen vom Gärtnern, von Bewohnern aus der Umgebung bewirtschaftet. Sie sind eine Form des Gemeinschaftsgärtnerns.

Auch hierbei liegt der Grundgedanke des Gemeingutes vor, der mit dem Begriff urban Gardening verbunden werden kann, da auch bei Nachbarschaftsgärten Brachflächen in der Stadt wieder begrünt und aktiv bewirtschaftet werden.

Interkulturelle Gärten

Interkulturelle Gärten sind eine Form des themenbezogenen Gemeinschaftsgärtnerns. Hierbei geht es ins Besondere um die Arbeit mit Migranten.

Im Gegensatz zu Begegnungszentren für Migranten gibt es bei internationalen Gärten die Ausgangsbasis der Herstellung von lebenswichtigen Gütern zu denen neben Obst und Gemüse auch Gemeinschaft und Freundschaft gehören. Die Menschen sind durch das Projekt verbunden und es entsteht ein transkultueller, sozialer und produktiver Raum.

Urbane Agrikultur

Urbane Agrikultur vereint die zwei Begriffe der urbanen Landwirtschaft und des urbanen Gärtnerns in sich. Die Landwirtschaft wird vom professionellen Landwirt durchgeführt im Gegensatz zu der Primärproduktion in der Stadt, welche von nichtlandwirtschaftlichen Akteuren umgesetzt wird. Zudem gibt es noch eine weitere Untertrennung des Begriffs in intra- und peri-urbaner Agrikultur. Während intra-urban den innerstädtischen Raum meint, bezieht sich peri-urban auf den Stadtrand.

Allmenden

Allmende bezeichnet eine Form des gemeinschaftlichen Eigentums also im Besitz der Allgemeinheit stehende Nutzflächen oder Ressourcen (Naturstücke wie auch Wissensbestände). Im landwirtschaftlichen Sinne wird damit ein Gemeinschaftsbesitz beschrieben, welcher gemeinschaftlich bewirtschaftet wird.

Im frühen Mittelalter gab es in fast jedem Dorf eine Allmende. Ab dem 15. Bis 16. Jahrhundert beanspruchten die Herrscher immer mehr Flächen für sich bis sie in der Industrialisierung immer mehr bebaut wurden und an Bedeutung verloren.

Heute gibt es kaum noch landwirtschaftliche Allmenden. Ein aktuelles Beispiel für eine Allmende der sozialen Art ist Wikipedia.

Selbsternteprojekte

Selbsternteprojekte sind eine neue Form des urban Gardenings und wird hauptsächlich für Bio-Gemüse und Obst angeboten. Großstädtern wird Gartenglück mit eigenem, frischen, günstigen Gemüse versprochen ohne viel Arbeit. Auf einer vorkultivierten Selbsternte-Parzelle kann eine Saison lang eignes Biogemüse gepflegt und geerntet werden.

Schrebergarten

Ein Schrebergarten ist ein Kleingarten welcher bei Städten auf deiner Anlage von vielen Grundstücken liegt und von einem Verein verwaltet wird. Die Fläche wird an die Mitglieder gegen Geld verpachtet. Sie entstanden als sogenannte Armengärten im Anfang es 19. Jahrhunderts um gegen die Armut der wachsenden Bevölkerung anzukommen.

Der eigentliche Schrebergarten entstand jedoch durch den Leipziger Arzt (Orthopäde) Moritz Schreber welche mit dem Anatom Carl Ernst Bock einen diätetisch-orthopädisches Konzept entwickelte bei dem der Kleingarten der „körperlichen Ertüchtigung“ dienen sollte.

Vertical Gardens

Unter vertikalen Gärten verseht man eine Bewegung bei der alle Bepflanzungen vertikal angebracht sind. Ziel ist, Flächen in der Stadt mit Hilfe von durchdachten Systemen für Pflanzen zu nutzen, welche klimatische Vorteile bringen und/oder auch geerntet werden können, hinzu kommt auch noch ein dekorativer Aspekt. Da die Pflanzen Wasser und Nährstoffe nicht aus dem Boden ziehen, bedarf es einem Bewässerungssystem.

Urban Gardening

Dächer und Brachen werden im Zuge des Urban Gardening Ort zur Nahrungsmittelproduktion. Auch Gemeinschaftsgärten fallen unter den Begriff des Urban Gardening. Im Mittelpunkt des urbanen Gärtnerns steht der Mensch und der Wunsch nach Selbstversorgung und Selbstverwirklichung im städtischen Raum. Typische Merkmale der urbanen Landwirtschaft ist die vielfältige und intensive Nutzung der Fläche in Kombination mit Angeboten für Bildung, Erholung, Freizeit und Begegung. Der Schwerpunkt liegt im innerstädtischen Raum.

Ordnung der Begriffe

image-800x351 Geographie: Begriffe Großstadt-Gärtnern Definition und Abgrenzung

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla_Gardening
https://www.welt.de/dieweltbewegen/article106186353/Wie-Guerilla-Gaertner-illeal-Städte-begrünen

https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaftsgarten
https://www.berlin.de/kultur-und-tickets/tipps/kinder/kinderbauernhoefe/
http://www.spatzennest.info/einrichtungen/kinderbauernhof-gross-glienicke/paedagogische-konzeption-des-kinderbauernhofs/
https://de.wikipedia.org/wiki/Subsistenz
https://www.duden.de/rechtschreibung/Subsistenz
http://www.windowfarms.org/
https://de.wikipedia.org/wiki/Gartenstadt
https://speiseraeume.de/urban-gardening-gemeinschaftsgaerten/
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/umwelt/nachbarschaftsgaerten-begruenen-ist-machbar-herr-nachbar-11050982.html
https://gleisbeet.de/aktuelles/urbane-agrikultur/
https://praxistipps.focus.de/was-sind-allmende-einfach-erklaert_102572
https://de.wikipedia.org/wiki/Allmende
https://bioverzeichnis.de/biogarten/
https://www.evidero.de/selbsternte-im-test
https://de.wikipedia.org/wiki/Kleingarten
https://www.garten-und-freizeit.de/magazin/vertical-garden