Im Gegensatz zu anderen (Technik-)Firmen ist der „Fankult“ bei Apple sehr ausgeprägt und von Dauer. Er ist vergleichbar mit dem Fankult von anderen Firmen (z. B. Automobilmarken). Auch dort geht es um das Produkt dieses Unternehmens als Statussymbol (z. B. Kleidung, Musikinstrumente, Autos etc.).

Apple-Fans fühlten sich lange als sog. „Underdogs“. Mit der Verwendung von Apple-Geräten hoben sie sich vom „Mainstream“ ab. Sie sahen sich als kleine, gemeinsame Community. So berichten Fans auf YouTube von den neusten Apps, in Blogs urteilen sie über Gerüchte und in vielen Foren halfen sie sich gegenseitig bei Problemen. In kleinerem Maßstab ist dies auch heute noch so. Es gibt nach wie vor Apple-Blogs und viele Apple-Foren.

Die Fans unterscheiden sich nach dem Grad der Intensität, mit der sie sich mit dem Unternehmen identifizieren. Es gibt Personen, die die Firma einfach nur gut finden und im Gegensatz dazu andere Personen, die sog. Hardcore-Fans, auch Apple-Jünger genannt, für die die Firma ein wichtiger Teil ihres Lebens geworden ist.

Die Apple-Fans verbindet eine Vielzahl von Kommunikationskanälen. Folgende sind am populärsten:

BezeichnungBesonderheiten
Apple-Blogs und Apple-Nachrichtenseiten

(Appleunity, Apfelpage, Macerkopf, Apfeleimer…)

Oft mit Kommentarfunktion, sowohl von Privatpersonen als auch von gewerblichen Anbietern angeboten, auch allgemeine Technik-Nachrichtenseiten haben große Apple-Rubriken (Giga, Chip, Heise…)
Youtube-Videokanäle

(iTouchTester, iFun, TechnikObst, AlexiBexi…)

Überwiegend Privatpersonen, Austausch über die Kommentarfunktion, Abonnieren von Youtube-Kanälen und damit einem oder mehreren Vorbildpersonen „folgen“
Gruppen und Foren

(Apfeltalk, Macuser, iScene, Apfel-FAQ…)

Eigene Webseiten oder als Gruppen in sozialen Netzwerken, direkter Austausch mit anderen Fans über diverse, auch nicht Apple-bezogene Themen, Nutzer sind sowohl Konsumenten als auch „Produzenten“
Treffen

(in Apple-Stores, beim Keynote-Public Viewing, bei Technik-Messen wie der IFA…)

Im persönlichen Umfeld oder bei Keynotes als Public Viewing, bei Technik-Messen gibt es eigene Hallen für Apple-Zubehör, wo man sich trifft (Apple selbst ist nie auf einer Messe vertreten gewesen, außer auf der eigenen.)

 

Podcasts

(Bits und so, TouchTalk, Fanboys, FreakShow…)

Sehr verbreitet, viele Anbieter, fast ausschließlich Privatpersonen, meist zu zweit, Austausch in Kommunikation mit dem Produzenten oder manchmal auch in Kommentarmöglichkeiten zu den jeweiligen Podcast-Folgen.

Das Lebensgefühl, das die Apple-Fans teilen, wird  durch die Zusammengehörigkeit über die Geräte erzeugt und durch das gemeinsame Interesse an der Firma. Dazu trägt auch bei, dass Apple-Geräte selten mit Geräten anderer Hersteller kompatibel sind. Jedoch untereinander kann man über die Technik perfekt kommunizieren. Die Apple-Fans sind oft besser verdienend und sehr gebildet. Auch das ist ein gemeinsames Merkmal, was sie untereinander verbindet. Innerhalb der Apple-Fans gibt es noch die Gruppe der „Hacker“ welche ihre Geräte modifizieren und an den Produkten basteln. Auch in dieser Szene gibt es Vorbilder und eigene Medien.

Mittlerweile jedoch ist der Fankult im „Mainstream“ angekommen und hat zahlenmäßig abgenommen. Es ist nicht mehr so, dass Apple-Fans als kleine Gruppe unter sich sind, sondern Apple Produkte werden von der breiten Masse genutzt. Die meisten Kunden verbinden nicht so viel mit den Apple-Produkten, wie es die Fans tun.

Im Bereich der Consumer Electronics ist der Fankult bei Apple (noch) am stärksten ausgeprägt.

 

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