Da Berlin und Brandenburg das selbe Abitur schreiben, gelten auch die gleichen Vorschriften für erlaubte Taschenrechner.

Hier die offiziellen Regeln vom Berliner Senat:

Seit vielen Jahren hat die Fachaufsicht die in Prüfungen in Berlin zugelassenen Taschenrechner nicht durch die Angabe von Modellbezeichnungen benannt, sondern beschrieben durch: „Zugelassene Hilfsmittel sind Taschenrechner, die nicht programmierbar und nicht grafikfähig sind und nicht über die Möglichkeiten der numerischen Differentiation oder Integration oder des automatisierten Lösens von Gleichungen in jedweder Form verfügen.“

Diese Beschreibung legte keine Mindestanforderungen fest, aber es war Konsens, den Schülerinnen und Schülern den bestmöglichen Taschenrechner zu empfehlen, der eben noch den genannten Beschränkungen genügte.
Im Zuge der Entwicklung von Abituraufgaben für das Fach Mathematik, die von mehreren Bundesländern genutzt werden können, haben die beteiligten Bundesländer nun einheitliche Anforderungen an wissenschaftliche Taschenrechner vereinbart.

Anforderungen an den Funktionsumfang wissenschaftlicher Taschenrechner in zentralen Abschlussprüfungen

Im Folgenden werden – geordnet nach Sachgebieten – Funktionen eines Taschenrechners genannt, die für die Bearbeitung der Aufgaben nicht vorgesehen sind, sowie Funktionen, die hinsichtlich der Funktionalität des wissenschaftlichen Taschenrechners (WTR) vorausgesetzt werden; dabei wird jeweils darauf verzichtet, eine Funktion wiederholt zu nennen. Nicht vorgesehen ist die Verwendung von programmierbaren Taschenrechnern.

Analysis
Nicht vorgesehen sind Funktionen eigens zum
♦ Umformen von Termen mit Variablen,
♦ Lösen von Gleichungen oder Gleichungssystemen,
♦ Differenzieren oder Integrieren,
♦ Berechnen von Werten einer Ableitungsfunktion oder eines Integrals,
♦ Darstellen von Graphen.

Analytische Geometrie
Nicht vorgesehen sind Funktionen eigens zum
♦ Rechnen mit Koordinaten (z. B. zum Aufstellen der Gleichung einer Ebene aus den Koordinaten dreier gegebener Punkte),
♦ Rechnen mit Vektoren (z. B. Bestimmen des Werts eines Skalarprodukts oder der Größe des Winkels zwischen zwei Vektoren),
♦ Bestimmen der Lagebeziehungen von Punkten, Geraden und Ebenen,
♦ grafischen Darstellen geometrischer Objekte (z. B. Geraden oder Ebenen).

Lineare Algebra
Nicht vorgesehen sind Funktionen eigens zum
♦ Rechnen mit Matrizen,
♦ Umformen von Matrizen (z. B. durch Zeilenoperationen).

Stochastik
Nicht vorgesehen sind Funktionen eigens zum Berechnen von Werten eines Parameters einer Wahrscheinlichkeitsverteilung aus einem Wert
dieser Verteilung und gegebenen Werten der weiteren zugehörigen Parameter. Es wird vorausgesetzt, dass der WTR über Funktionen eigens zum Berechnen von Werten der Binomialverteilung, der kumulativen Binomialverteilung und der Normalverteilung verfügt. (Verfügt der verwendete WTR nicht über Funktionen eigens zum Berechnen von Werten der Binomialverteilung, der kumulativen Binomialverteilung und der Normalverteilung, so wird vorausgesetzt, dass diese Funktionen durch Bereitstellen geeigneter Tabellen ersetzt werden.)

Hinweise zur Verwendung von Hilfsmitteln, IQB, 2016
Diese Beschreibung deckt sich weitgehend mit den bisherigen Regelungen für Berlin, lediglich könnte ein wissenschaftlicher Taschenrechner nun die Bereitstellung der genannten Tabellen erübrigen.
Für die Prüfungen im Fach Mathematik in Berlin sind mit sofortiger Wirkung wissenschaftliche Taschenrechner zugelassen, die den oben genannten Bedingungen genügen. Für die Abschlussprüfung der Fachoberschule, der Berufsoberschule und in den doppelt qualifizierenden Bildungsgängen mit Fachhochschulreife gilt weiterhin die erweiterte Regelung, die den Schulen mit Schreiben vom 20.09.2011 mitgeteilt worden ist.
In Absprache mit den Verantwortlichen in Brandenburg wird sichergestellt, dass bis mindestens einschließlich des Schuljahrs 2018/2019 in der schriftlichen Abiturprüfung stets die erforderlichen Tabellen bereitgestellt werden und die Aufgabenstellungen zur Stochastik unabhängig vom Hilfsmittel gleiche Anforderungen stellen und gleichen Aufwand bei der Bearbeitung benötigen. Damit ist eine Neuanschaffung von leistungsfähigeren Taschenrechnern in den nächsten Jahren entbehrlich.
Die Hersteller von Taschenrechnern haben bereits einige Geräte auf den Markt gebracht, die die genannten Bedingungen erfüllen, z. B. den CASIO-FX 87 DE plus oder den TI-30X Plus MultiView. Aber auch andere Hersteller bieten vergleichbare Geräte an oder werden das demnächst tun.
Leider gibt es sehr viele unterschiedliche Modelle, deren Bezeichnungen sich zudem nur geringfügig unterscheiden. Das Gerät mit der Bezeichnung TI-30X Pro MultiView ist z. B. nicht zugelassen. Eine Prüfung kann meist sehr schnell anhand folgender KO-Kriterien erfolgen:

Nicht zulässig sind:
• Lösen von Gleichungen
• Berechnung von Integralen
• Berechnung von Ableitungen
• Programmierbarkeit
• Grafikfähigkeit

Unschädlich ist, wenn Taschenrechner über fest gespeicherte Werte z. B. für physikalische
Konstanten verfügen.

In Prüfungen ist stets die Lehrkraft, die die Aufgabenstellungen ausgibt, dafür verantwortlich, die Zulässigkeit der vorhandenen Hilfsmittel (Taschenrechner, Formelsammlung) zu prüfen.
Die absichtliche Verwendung eines nicht zugelassenen Taschenrechners muss als Täuschungsversuch gewertet werden.
Bei der Eignung von Taschenrechnern in Prüfungen wird nicht nach Schulstufe oder Schulart unterschieden. Taschenrechner, die die genannten Bedingungen erfüllen, dürfen bei Klassenarbeiten, Klausuren und Prüfungen in der Sekundarstufe I und II, in Einrichtungen des zweiten Bildungswegs und bei Nichtschülerprüfungen verwendet werden.
Bei Klassenarbeiten in der Sekundarstufe I und bei Klausuren in der Sekundarstufe II sind Aufgabenstellungen möglich, die ohne Hilfsmittel bearbeitet werden müssen. Hierbei kann also die Verwendung von Taschenrechnern vollständig ausgeschlossen werden. Im Unterricht sollte im Hinblick auf die Gleichbehandlung einzelnen Schülerinnen und Schülern der Einsatz von Taschenrechnern, die einen größeren Funktionsumfang haben, nicht gestattet werden, sofern der zusätzliche Funktionsumfang von unterrichtlicher Bedeutung ist.
Selbstverständlich können im Unterricht leistungsfähige Rechenhilfsmittel in allen Lerngruppen verwendet werden, wenn dies didaktisch angezeigt ist.

Quelle: Fachbrief Nr. 20 Mathematik September 2016

Ergänzung aus Fachbrief 22 (Aug. 2018)

Die Firmen Casio und Texas Instruments bieten neue Versionen von wissenschaftlichen Taschenrechnern an, die anscheinend auf bestimmte Anforderungen einiger Bundesländer zugeschnitten sind. Der Casio FX-87DE X und der TI-30X Plus MathPrint erweitern die bisherigen Modelle (Casio FX-87DE Plus und TI-30X Plus MultiView) um die Möglichkeit, Tabellenkalkulationen auszuführen. Für den Gebrauch in den Prüfungen in Berlin sind diese zusätzlichen Berechnungsmöglichkeiten bedeutungslos, daher können die Rechner ebenfalls verwendet werden.

CAS-Rechner bzw. CAS-Software

Die Prüflinge nutzen außer für Aufgabe 1 das an der Schule eingeführte CAS-Rechengerät. Wird das CAS als PC-Software eingesetzt, ist die Benutzung von weiterer Software über das CAS hinaus nicht zulässig. Ausgedruckte Dokumente sind nicht als Prü-fungsleistung zugelassen; ggf. aber der Ausdruck von Grafiken.

CAS-Geräte und CAS-Software, die über folgende Funktionen verfügen, sind für den Einsatz im CAS-Abitur zugelassen:

  • Lösen von Gleichungen und Gleichungssystemen (jeweils algebraisch),
  • Differenzieren und Integrieren (jeweils algebraisch),
  • Rechnen mit Vektoren und Matrizen (jeweils algebraisch),
  • Berechnen von Werten der Binomialverteilung, der kumulativen Binomialverteilung und der Normalverteilung,
  • Durchführen von Berechnungen in Tabellen,-Darstellen von Graphen.

Außerdem wird vorausgesetzt, dass das CAS-Gerät vor seiner Verwendung in einen Zustand versetzt wird, in dem ein Zugriff auf Daten und Programme, die nicht zum Lieferumfang oder einem Systemupdate gehören, unterbunden ist.

Woran ist ein verbotener Taschenrechner erkennbar?

Ein Taschenrechner gilt als programmierbar und ist damit als Hilfsmittel nicht zugelassen, wenn durch fest eingespeicherte oder vom Benutzer einzuspeichernde Programme bzw. Formeln Lösungsalgorithmen automatisch ausgeführt werden. Zulässig ist aber, dass er über elementarestatistische Funktionen verfügt.

Ein Taschenrechner gilt als grafikfähig und ist damit als Hilfsmittel nicht zugelassen, wenn er eine grafische Ausgabe besitzt. Ein Taschenrechner darf darüber hinaus auch keinen Textspeicher besitzen; zulässig sind hingegen fest eingespeicherte physikalische Konstanten.

Quelle: Bildungsserver Berlin Brandenburg (Abruf Feb 2020)