Auslöser des Verrats an Siegfried war ein Streit zwischen den Königinnen Kriemhild und Brünhild. Sie stritten darum, welcher Mann der mächtigere und stärkere sei. Bei diesem Streit nun behauptete Brünhild, das Siegfried ein Lehnsmann ihres Gatten sei. Sie habe dies schließlich aus beider Mund gehört und mit eigenen Augen gesehen, wie Siegfried Gunther das Pferd zum Aufsteigen hielt. Kriemhild erzürnte sehr darüber und in ihrem Zorne erzählte sie, dass ihr Mann, Brünhild entjungfert habe. Anhand des Ringes und des Gürtels den Siegfried ihr in besagter Nacht abnahm und später Kriemhild schenkte, bewies Kriemhild Brünhilds Schmach und verletzte sie tief.

Am selben Abend ließ sich Hagen von Tronje bei Brünhild melden. Er sann, ebenso wie die schöne Königin, auf Rache und hielt Siegfried für eine Gefahr für Burgunds Herrscherlinie. Es wurde beschlossen Siegfried zu töten und Hagen sollte herausfinden wo Siegfrieds verwundbare Stelle wäre. Am nächsten Tag ritten Boten zum Burgunder Hof, sie überbrachten die Kunde, dass Liudeger und Lieudegast den Frieden aufgesagt hätten und gegen Burgund ritten. Als diese Kunde zu Siegfried drang, eilte er zu Gunther und bat ihn darum gegen die Könige in die Schlacht ziehen zu dürfen. Gunther sagte ihm das gern zu, denn all dies gehörte zu ihrem Plan. Indes ließ sich Hagen bei Kriemhild melden. Er fragte sie, ob er ihrem Gemahl Siegfried nicht einen Dienst tun könne um sein Leben in der Schlacht zu schützen. Und Kriemhild, die sehr besorgt um Siegfried war und Hagen vertraute, verriet ihm, dass Siegfried an einer Stelle an der Schulter ungeschützt sei, da ihm dort bei seinem Bad in Drachenblut ein Lindenblatt drauf gefallen war. Sie bat Hagen diese Stelle zu schützen. Hagen versprach es, doch er gebot Kriemhild die verwundbare Stelle auf Siegfrieds Waffenrock genau zu kennzeichnen, damit er sie immer im Blick haben konnte. Kriemhild versprach ihm die Stelle mit einem Kreuz zu besticken.

„So wurde Siegfried verraten.
So kann den Tod bringen was zur Rettung bestimmt ist.
So kann der Hass einen Menschen führen. 
So ruchlose Ränke spann die alte Zeit“. 
(Quelle: Das Nibelungenlied, Neu erzählt von Franz Führmann)

Am folgenden Morgen zogen Siegfried und seine Untergebenen sowie die Herren Burgunds in die Schlacht gegen Liudeger und Lieudegast. Hagen ritt direkt hinter Siegfried und prägte sich die von Kriemhild markierte Stelle an Siegfrieds Waffenrock ein. Dann schickte er heimlich Boten zur Burg. Kurze Zeit später wurde die Kunde verbreitet, dass die Könige Liudeger und Lieudegast den Kampf abgebrochen hatten. Darüber waren alle sehr froh bis auf Siegfried, der nur zu gerne in die Schlacht gezogen wäre. König Gunther konnte ihn jedoch davon abhalten und ließ stattdessen eine Jagd veranstalten, bei der Siegfried sich als Meister der Jagdkunst erwies.

Hagen, der die Jagd organisierte, vergaß, oder vermied es absichtlich, Getränke zum Jagdplatz schicken zu lassen. König Gunther und Siegfried waren nach der Jagd sehr durstig geworden und zürnten Hagen deswegen.
Der kannte eine Quelle in der Nähe und schlug Siegfried und auch Gunther vor, doch dort ihren Durst zu stillen. Gunther und Siegfried erklärten sich einverstanden und Siegfried schlug vor, doch um die Wette dorthin zu laufen. Hagen stimmte dem zu und so rannten sie los. Siegfried war als erster bei der Quelle, obgleich er in voller Jagdausrüstung gerannt war. Er wartete jedoch bis auch König Gunther an der Quelle angekommen war und getrunken hatte. Während Siegfried trank, räumte Hagen dessen Waffen in die Büsche und erstach Siegfried mit seinem eigenen Speer.

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