Aufgabenstellung

Beschreiben Sie die Geschichte und Entwicklung des Prinzessinengartens (M4). Stützen Sie sich dabei auch auf das Filmmaterial, das auf prinzessinnengarten.net zur Verfügung gestellt wird.

Lösung

Die Prinzessinengärten sind ein mobiler urbaner Garten. Die Fläche des heutigen Gartens lag seit 60 Jahren brach, seit dem Jahr 2009 wird sie wieder bewirtschaftet.
Die Gründer sind der Historiker Marco Clausen und der Filmemacher Robert Shaw. Sie hatten die Vision aus einem Brachland eine blühende Oase in der Stadt zu erschaffen. Auf dem knapp 6000-Quadratmeter großen Gelände gab es abgesehen von Müll weder Strom noch fließend Wasser. Zunächst musste Müll von der Fläche entfernt werden. Mit Hundert freiwilligen war es möglich nach ca. drei Stunden zwei Tonnen Müll wegzuräumen.
Mit der ersten Lieferung von acht Kubikmeter Erde konnten die 60 geschenkte Beckerkisten gefüllt werden. Im Juli 2009 gab es die ersten 100 Beete, angepflanzt durch die gemeinnützige GmbH Nomadisch Grün. Die Pflanzen werden beschriftet und finden sich so in einer Ordnung mit einer Ernteliste wieder. Sie sind in recycelten Behältnissen, wie Säcken, Plastikkisten oder Tetra Paks angepflanzt und somit nicht an den Standort gebunden. Ein Umzug ist nämlich aufgrund der attraktiven Stadtlage und steigenden Grundstückspreise nicht ausgeschlossen.
Im August 2009 konnten die Betreiber das erste Gemüse ernten.
Noch im gleichen Jahr wurde das erste Bienenvolk angesiedelt.
Es folgte 2010 die Eröffnung des Garten-Cafés, welches sich, wie auch das später folgende Restaurant, in einem Container befindet.
Der Aufbau des Restaurants steht in Verbindung mit der Aufklärung zum regionalen Essen. Die Gründer möchten die Dinge (Anpflanzen, Zubereiten, Verspeisen) wieder Zusammenbringen. Das soziale Projekt soll sich durch den Verkauf selbstfinanzieren, was dem ökonomischen Aspekt des nachhaltigen Arbeitens entspricht.
Zudem wurde 2010 das Projekt auf der Weltausstellung „Expo“ unter dem Motto: „Eine bessere Stadt, ein besseres Leben“ in Shanghai vorgestellt und gewann den Utopia-Award.
Im gleichen Jahr wurden weitere 300 Beete angelegt.
2012 gab es bereits über 500 verschieden Nutzpflanzen in den Transportablen Behältnissen.
Angebaut wird vor allem Gemüse, da es die elementare Produktion von Nahrungsmitteln darstellt.
Den Initiatoren ist es wichtig zu betonen, dass sich dieses Projekt durch die Gemeinschaft laufend entwickelt, sie haben keinen genauen Plan und sind als Gärtner auch Quereinsteiger. Es ist ein organisch wachsendes Projekt, welches sich nicht von der Stadt abgrenzt, sondern sich für die Kooperation mit Menschen öffnet.
Die Gemeinschaft spielt eine große Rolle: alle bearbeiten alles gemeinsam. Es ist ein offenes Gelände mit einer lebendigen Interaktion zwischen dem Garten und der Nachbarschaft. Es gibt unterschiedliche Anknüpfungspunkte für die Menschen, so wirken auch Migranten mit, die das Gärtnern und die Produktion von Lebensmitteln aus ihrer Heimat kennen. Jeder ist willkommen und kann Ideen einbringen. Es gibt Projekte mit Studenten und Künstlern die Ideen einfließen lassen und sich engagieren. Durch diese Mischung und Diversität kann, laut den Gründern, an Produktivität und Schönheit gewonnen werden.
Für die Gründer wird beim urban Gardening als wesentlich erachtet, dass urbane Flächen ungenutzt werden.
Mobile urbane Landwirtschaft und das transportable Beetnutzungssystem hat die Vorteile der schnellen Reaktionsfähigkeit auf die Einflüsse in einer Stadt und das schnelle Aufbauen von Gärten, bei dem Orte gewechselt werden und erschlossen werden können. Es ermöglicht also auch das Dasein als Zwischen-Nutzer. Angestrebt wird trotzdem, dass dieser Garten dauerhaft dort Wurzeln schlagen kann.
Das Projekt wird von der Stadt Berlin als Stadtenwicklungsprojekt unterstützt und die Fläche wird jedes Jahr wieder von der Stadt gepachtet.
Jedoch gilt der Pachtvertag für den Prinzessinengarten am Moritzplatz nur bis 2019.
Das urban Gardenigprojekt hat bereits viel mediale Aufmerksamkeit von der Weltpresse auf sich gezogen.
Der Garten soll im Großstadtgetümmel als Oase ein Ruhepol, Erholungs- und Gemeinschaftsort sein mit der Erfahrung der Langsamkeit.
80 Tausend Besucher kommen im Jahr zu den Prinzessinengärten.
Heute gibt es insgesamt vier Bienenvölker auf dem Areal und es gibt Ableger der Bienenzucht in der Universität der Künste Berlin sowie in Hamburg.
Die Gründer sind schon auf der Suche nach neuen Orten. Der neuste Plan bezieht sich auf Friedhöfe die immer weniger genutzt werden. Diese sollen in Gärten verwandelt werden.
Die neue Fläche von den Gründern des Prinzessinengartens befindet sich am Neuköllner Jakobifriedhof in Berlin und ist fast sieben Hektar groß.

Quellen:

https://prinzessinnengarten.net/videos/
https://de.wikipedia.org/wiki/Prinzessinneng%C3%A4rten

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