Anforderungsanalyse (requirements engineering)

Gliederung

  • funktionale Anforderungen (vorgesehene Funktion, Ein- und Ausgabe)
    • Gesamtablauf (Workflow)
    • interne Abläufe
    • Anwendungsfälle (Verhalten an Systemgrenze)
    • Anwendungsfälle/UseCases
      • Basic Course = Optimalfall
      • Verhalten an Systemgrenze
      • Alternative Course
      • Ableitung aus UseCases
    • keine Umsetzungsdetails (Benutzeroberfläche etc.)
  • nicht funktionale Anforderungen (sonstige Anforderungen)
    • Qualität
      • An Gesamtsystem oder an Teilsysteme
      • z.B. Antwortzeiten, Speicherverbrauch, Zuverlässigkeit, Änderbarkeit, Wartbarkeit, Portabilität
    • Termine
      • Ab Auftragsvergabe (ohne konkretes Datum) rechnen.
    • Benutzbarkeit des Systems
      • z. B. ergonomische Gestaltung der Benutzungsschnittstelle, Fehler-Robustheit, Individualisierbarkeit
    • Implementierung
      • Zielplattform mit Hardware/Software-Komponenten, Schnittstellen zu anderen Systemen, Dokumentation und Betriebshandbücher
    • Systemerstellung, -einführen und -betreuung
      • Entwicklungsumgebung, zu beachtende Vorschriften, Prüfverfahren sowie die Entwicklungsdokumentation

Bezeichnung der Anforderungen: Subjekt + Verb

Anforderungen erfassen

  • Wer gibt Anforderungen vor? Kunde des Kunden, andere Abteilung?
  • Wer entscheidet, wer gibt Projekt frei?
    • Darf mit (Budget-) Entscheider kommuniziert werden?
  • Namen festlegen
  • Anforderungen analysieren
  • Lösung entwerfen
  • Lösung implementieren
  • testen und abnehmen
  • Lösung einführen
  • Lösung betreiben

Lastenheft

  • Erstellt vom Auftraggeber: Beschreibt WAS getan werden soll (Forderungen)
  • Grundlage für Einholung von Angeboten
  • Kann auch Ausschreibung sein
  • Definition von allen Forderungen an die gewünschte Lieferung und Leistung (Soll-Zustand)
    • funktionale/nicht funktionale Anforderungen
    • Wunsch-, Muss, Abgrenzungskriterien
    • Intention, Qualität, Abnahme, Wartung…
  • wird/muss-Formulierung

Spezifizierung in DIN 69905

Pflichtenheft

daraus folgt Analyse bei Auftragnehmer

  • Erstellt vom Auftragnehmer
  • Beschreibt WIE die Umsetzung erfolgen soll (Definition von Lösungskonzept)
  • Ist das Angebot und später die (konkretisierte) Vertragsgrundlage
  • Detailierung, Planung, Analyse, Lösungsansätze
  • Beinhaltet
    • das Lastenheft
    • Analyse-Modell
      • Use Cases
      • Aktivitätsdiagramme
      • Anforderungen
    • weitere Diagramme und Pläne (Zeit, Tests, Einführung…)
  • Wird versioniert
  • Ist erster Eindruck des Kunden
    • Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg des Auftragnehmers

wesentliche Kapitel im Pflichtenheft

  • Zielbestimmung
    • Beschreibung von Muss-, Wunsch-und Abgrenzungskriterien (bewusste Verzichte)
  • Produkteinsatz
    • Festlegen von Anwendungsbereich(en), Zielgruppe und Betriebsbedingungen
  • Produktumgebung
    • Software/Hardware
    • Schnittstellen
    • Orgware (Organisatorische Rahmenbedingungen (IT-Abteilung, Abteilungsleiter…)
  • Produkt-Funktionen (funktionale Anforderungen)
    • Produktdaten
      • zu speichernde Daten und deren Eigenschaften
    • Produktleistungen
      • allgemein und funktionsbezogen (funktional)
  • Benutzeroberfläche
  • Qualitätsbestimmung
    • messbare Kriterien!
  • Testszenarien/Testfälle
    • Beschreibung von Testfällen für das zu entwickelnde System (anwendungsbezogen)
  • Entwicklungsumgebung, Arbeitsprogramme, Betriebssysteme…
  • weitere Anforderungen

Praxistipps

Kommentar